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Freitagsgedanken – Sind wir moderne Sklaven?

Hallo Leute,

wir haben heute wieder Freitag. Es ist darum wieder einmal Zeit, meine Freitags Gedanken zu der vergangenen Woche nieder zu schreiben.

Seit einiger Zeit hören ich von immer mehr Menschen, dass wir Menschen moderne Sklaven bzw. Lohnsklaven sind. Vor allem aus der Arbeitnehmer – Ecke ist man dieser Ansicht. Bis neulich war ich auch dieser Ansicht gewesen. Für mich war klar gewesen, dass die Herrschenden da Oben dafür verantwortlich sind, dass ich genauso wie die meisten anderen Arbeitnehmer ein Lohnsklave bzw. ein moderner Sklave bin.

Kennt Ihr die Sklaven-Story?

Ich nehme einmal an, dass Ihr die Sklaven-Story nicht kennt. Darum erzähle ich sie Euch kurz:

Vor vielen Tausend Jahren, als es noch keine Münzen und auch kein Gold gab, gab es viele Sklaven. Diese Sklaven gehörten einem Herrscher. Weil dem Herrscher das Beaufsichtigen seiner Sklaven zu mühselig war; setzte er die Sklaven, welche ihm absolut folgsam waren als Aufseher über die anderen Sklaven eingesetzt gewesen.

Unter den Sklaven war ein junger Mann. Ihm war es leid, jeden Tag in der Hitze unter den Peitschenhieben Schwerstarbeit zu verrichten. Wenn die Sonne untergegangen war, unterhielt er sich in den Sklaven-Lagern vorsichtig mit den anderen Sklaven über die nicht zu akzeptierenden Zustände. Er machte ihnen klar, dass die Sklaven viel mehr Menschen sind als die Herrscher und deren Aufseher. Er erklärten den anderen Sklaven, dass sie aufgrund ihrer Mehrheit locker die Aufseher überwinden bzw. besiegen können und den Herrscher anschliessend stürzen können.

Was der junger Mann bzw. junge Revoluzzer nicht wusste; unter den Sklaven, mit welchen er sich über die Pläne eines Sklaven-Aufstandes sprach, war auch ein Spitzel gewesen. Dieser Spitzel trug die Pläne des jungen Revoluzzers seinen Aufseher vor. Wütend berief dieser Aufseher eine Versammlung der anderen Aufseher ein. Sie berieten sich und beschlossen sofort ihren Herrscher von den Vorkommnissen zu unterrichten. Als der Herrscher sich in der Runde seiner Aufseher befand, forderten die Aufseher sofortige Konsequenzen. Da war die Rede davon zuerst den Revoluzzer vor allen anderen Sklaven erst auszupeitschen und dann ihn zu Köpfen.

Der Herrscher war zwar sehr grausam, aber auch nicht dumm und wies darum seine Aufseher an vorerst Stillschweigen und Ruhe zu bewahren. In der Zwischenzeit wollte er in Ruhe über sein weiteres Vorgehen nachdenken. Er grübelte eine Nacht lang nach:

  • Wenn er den jungen Revoluzzer und seine Unterstützer erst auspeitschen und dann hinrichten lassen würde; dann wäre das Problem aus der Welt. Erst einmal. Nur, es würde nicht lange dauern und es würde wieder einen Revoluzzer geben, welcher gegen ihn mit seinen Unterstützer aufbegehrt. Somit hätte er früher oder später dasselbe Problem wie er es gerade hat.
  • Wenn er jedoch all seine Sklaven frei lässt, Goldmünzen prägen lässt und die ehemaligen Sklaven für ihre Dienste, ihre Produkte sowie ihre Arbeit bezahlt, dann werden diese Sklaven das Gefühl haben haben frei zu sein und trotzdem nicht wirklich frei sein. Ok, ein paar wenige Sklaven werden verstehen, dass wenn sie möglichst wenig von ihren Verdienst ausgeben, dann auch weniger gebunden sein werden als die Sklaven, welche ihren ganzen Verdienst ausgeben.

Der Herrscher teilte direkt am nächsten Morgen seine Aufseher an, den Sklaven bekannt zu geben, dass sie ab sofort frei und keine Sklaven mehr sind. Auch den Aufsehern teilte er mit, dass sie ab sofort keine Sklaven mehr sind. Des Weiteren entschuldigte er sich bei den ehemaligen Sklaven, dass er sie ihrer Rechte beraubt und versklavt hatte. Als Entschuldigung bekam jeder ehemalige Sklave eine gewisse Menge an Goldmünzen. Der Herrscher sagte zu seinen ehemaligen Sklaven, dass er ihre weitere Arbeit für ihn mit weiteren Goldmünzen bezahlen würde wollen.

So kam es nun, dass die ehemaligen Sklaven für ihren ehemaligen Herrscher freiwillig arbeiteten. Arbeiteten sie wirklich frei für ihn? Nein. Sie arbeiteten für die Goldmünzen von dem Herrscher, mit welchen sie sich Lebensmittel oder Luxusgegenstände oder was auch immer leisten konnten. Die moderne Sklaverei war geboren.

 

Nachdem ich Anfang der vergangenen Woche von dieser Sklaven – Story erfahren hatte, dachte ich recht lange darüber nach und kam zu den Entschluss, dass ich Euch meine Gedanken dazu unbedingt mitteilen sollte.

 

Freitagsgedanken – Sind wir moderne Sklaven?

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Die ewig pessimistischen und unzufriedenen Menschen von Euch werden diese Frage sofort mit einem „Ja“ beantworten. Bis vor wenigen Tagen hätte ich diese Frage auch sofort mit einem „Ja“ beantwortet. Nur so einfach ist diese Frage leider nicht zu beantworten.

Gehen wir erst einmal der Frage auf den Grund, was ein Sklave ist.

Ein Sklave:

– ist nicht mehr sein eigener Herr

– ist Eigentum eines Anderen und somit nicht frei

– hat den Status einer Maschine, er hat eine Nummer wie eine Maschine und hat so zu funktionieren wie eine Maschine

 

Warum sich viele Menschen in der westlichen Welt für Sklaven halten

 

Die Menschen halten sich in der westlichen Welt für Sklaven, weil:

– sie DENKEN nicht mehr ihr eigener Herr zu sein

– sie DENKEN und FÜHLEN das Eigentum eines Anderen zu sein und somit nicht frei zu sein

– sie FÜHLEN den Status einer Maschine zu haben, denn sie haben eine Nummer wie eine Maschine und haben so zu funktionieren wie eine Maschine

– egal, wenn sie bei den Wahlen wählen, ihnen jede Partei das GEFÜHL gibt, sich nicht wirklich um die Bürger bzw. das Volk zu kümmern

– ihnen die Welt und die Gesellschaft sowie auch die Medien das GEFÜHL vermitteln, nicht wirklich frei zu sein

 

Am gestrigen Donnerstag, 24.11.,  sah ich mir mit meiner Frau den Film “ 2 Guns“ * an. Ich möchte die Story dazu ganz kurz fassen. Ein Drogenfahnder und ein Marine arbeiten undercover gemeinsam als ein Ganoven – Team. Zusätzlich zieht jedoch Jeder von beiden noch ein eigenes Ding durch. Nämlich, beide sollen gemeinsam einen Bankraub durchziehen. Anschliessend soll der Drogenfahnder den Marine, von welchen er annimmt dass dieser ein Gangster ist, verhaften. Der Marine wiederum soll den Drogenfahnder, von welchen er annimmt dass dieser ein Gangster ist, killen. Der Marine kann den Drogenfahnder jedoch nicht killen und lässt ihn laufen. Sein Vorgesetzter möchte darum, dass dieser Marine ebenfalls gekillt wird. Ach so, bei dem Bankraub sollten eigentlich nur ein Schliessfach eines Drogenbarons mit 3 Millionen Dollar geraubt werden. Diese 3 Millionen Dollar stellen sich jedoch als 43 Millionen Dollar heraus. Schlimmer noch, die 43 Millionen Dollar gehören korrupten CIA – Agenten. Nun geht eine wilde Jagd auf beide los. Die Vorgesetzten von Beiden möchte die Beiden am Besten tot sehen. Die CIA möchte ihr Geld wieder haben und auch am Besten Beide tot sehen. Der Drogenbaron möchte auch das Geld haben.

Im Prinzip schönes Popkorn-Kino.

In dem Film fiel jedoch auch ein ganz wichtiger Satz, welcher unsere Welt und Gesellschaft sehr gut bezeichnet. Dieser Satz sagte in dem Film “ 2 Guns“ der CIA-Chef.

Der Satz des CIA - Chefs:
Es ist ein freier Markt, keine freie Welt. 

 

Wir leben in einem freien Markt und keiner freien Welt

Kommen wir darum kurz zurück zum Anfang meiner heutigen Freitagsgedanken. Dort erzählte ich Euch die Sklaven – Story. In dieser Story wollte ein junger Sklave als Revoluzzer einen Aufstand gegen die Aufseher und seinen Herrscher anführen. Der Herrscher bekam davon Wind und beschloss dem Revoluzzer den Wind aus den Segeln zu nehmen; indem der Herrscher die Sklaverei zum Anschein aufhebt und jeden ehemaligen Sklaven, welcher für ihn arbeitet, mit Goldmünzen zu bezahlen.

Lebten nun die ehemaligen Sklaven in einer freien Welt? Nein. Denn um ihre Existenz zu sichern, mussten sie nun arbeiten. Sie waren nun zwar dem Anschein nach frei, aber nicht wirklich frei. Denn ihr neuer Herrscher waren die Goldmünzen.

Lebten die ehemaligen Sklaven nun in einem freien Markt? Ja. Denn jeder dieser ehemaligen Sklaven hatte nun die Möglichkeit und Chance sich wirtschaftlich frei zu entwickeln. Sie konnten Andere für sich arbeiten lassen oder aber sie arbeiteten nur für sich oder aber sie arbeiteten für Andere.

Was heisst das? Kurz und bündig. Jeder Mensch hat die Möglichkeit sich in unseren Markt frei zu entwickeln. Kein Mensch von uns lebt jedoch in einer freien Welt. Eine freie Welt wird immer Utopie bleiben. Denn wir Menschen möchten immer für uns selbst das Beste.

 

Wer wird von wem versklavt?
Es liegt an uns selbst, ob wir Menschen die Sklaven des Geldes bzw. des Geldsystems sind oder ob das Geldsystem bzw. Geld unser Sklaven ist.

 

Wir Menschen als Sklaven des Geldes bzw. des Geldsystems

Tom bloggt seinen Alltag, freitagsgedanken, mensch, maschine, ersatzteillager

Mit Sicherheit kennt Ihr mindestens einen Mitmenschen, welcher sagt dass wir Menschen Lohnsklaven oder Sklaven der Konzerne bzw. Wirtschaftsunternehmen sind und darum nicht wirklich frei sind. Und wie gesagt, bis vor Kurzem war ich auch dieser Meinung gewesen.

Und wie ich Euch oben auch gerade aufgezeigt habe, leben wir nun einmal nicht in einer freien Welt sondern einem freien Markt.

Vorausgesetzt Ihr habt die nötigen Finanzen; so gibt es heutzutage nichts, was wir Menschen nicht bekommen können. Selbst Liebe und Gesundheit ist mit Geld in einem gewissen Rahmen möglich.

Wir werden vom Kindesalter an darauf getrimmt, viel in der der Schule zu lernen und dort einen möglichst guten Abschluss zu machen. Danach sollen wir einen möglichst gut bezahlten Job erlernen und dort möglichst schnell Karriere machen.

Die Krux an der Sache; je mehr Karriere wir machen, um so mehr Geld verdienen wir und um so mehr freie Lebenszeit geht für den Job drauf. Je mehr Geld wir haben, um so mehr Konsumgüter leisten wir uns. Wir werden jedoch nicht jünger, sondern älter. Wenn wir dann, so wie ich mit 43 Jahren, in der Mitte unseres Leben auf unser Leben zurück schauen; dann erkennen wir, wie viel freie Lebenszeit wir für den Tausch von Lebenszeit in Geld verschwendet haben. Dann sind wir sauer auf die Unternehmen und auf die Gesellschaft. Wir fühlen uns dann nicht frei und sind der Meinung, dass wir die Lohnsklaven der Konzerne sind.

Wir sind jedoch keine Lohnsklaven der Konzerne, sondern die Sklaven unseres Geld bzw. unserer Finanzen geworden. Nicht wenige von uns haben dann viele Schulden bei diversen Banken. Und so weiter und fort. Ich denke mal, dazu brauch ich Euch nicht weiter viel erzählen. Das Ganze frustriert uns sehr.

Jedoch erkennen wir Menschen weder dass wir uns selbst in diese „Sklaverei“ gebracht haben, noch dass wir Menschen die Sklaven des Geldes bzw. unserer Finanzen sind.

Nun frage ich Euch; möchtet Ihr wirklich die Sklaven Eures Geldes sein? Wollt Ihr wirklich die Sklaven eines Geldsystem sein? Oder möchtet Ihr lieber, dass das Geldsystem bzw. Euer Geld der Sklave von Euch ist?

 

Das Geldsystem bzw. unser Geld als Sklaven von uns Menschen

Gerade eben habe ich Euch geschildert, wie wir Menschen uns durch unser Geld bzw. unser Geldsystem zu Sklaven machen lassen.

Warum drehen wir Menschen nicht einfach den Spiess um? Warum hören wir nicht einfach auf, Sklaven unseres Geldsystems bzw. unseres Geldes zu sein? Warum arbeiten wir Menschen für das Geld, anstatt unser Geld für uns arbeiten lassen?

Wenn wir Menschen aufhören unsere wertvolle Lebenszeit weiterhin in Geld umzutauschen, dann endlich werden wir uns wesentlich freier fühlen als vorher.

Ihr sagt jetzt bestimmt „Tom, wie soll das denn gehen? Wie soll das Geld für uns der Sklave sein und nicht wir Menschen weiterhin Lohnsklaven sein?“. Ganz einfach Freunde; überlegt Euch, wie Ihr Etwas schafft wo Ihr mit weniger Zeitaufwand mehr Geld verdient bzw. wie Ihr am Besten Euer vorhandenes Geld für Euch arbeiten lässt.

Hier ein paar Möglichkeiten und Ideen von mir, wie Ihr dies schaffen könntet und wie ich es schaffen möchte:

  • das Geld in Aktien investieren und daraus passives Einkommen in Form von Dividenden beziehen
  • das Geld in Immobilien investieren, welche man vermietet, und daraus passives Einkommen in Form von Mieten beziehen
  •  Bücher schreiben und daraus dann passives Einkommen beziehen
  • Webseiten erstellen und damit passives Einkommen verdienen
  • an der Börse mit CFDs und Währungen spekulieren, wodurch es zwar kein passives Einkommen gibt aber dafür ein wesentlich höheres Einkommen gibt als bisher
  • Tätigkeiten nachgehen, mit welchen man bei weniger Zeitaufwand als bisher mindestens dasselbe Geld wie derzeit verdient
  • weniger Geld für Konsum ausgeben, denn damit benötigt man weniger Geld und tauscht dementsprechend auch weniger Lebenszeit in Geld um

 

Damit kommen wir nun auch langsam beim Ende meiner heutigen Freitagsgedanken an.

Besonders der letzte Punkt ist wichtig. Nämlich, je weniger Geld wir für Konsum ausgeben, umso weniger Geld benötigen wir und dementsprechend tauschen wir auch weniger unsere wertvolle Lebenszeit in Geld um.

Heute haben wir bzw. hatten wir den Black Friday. Der Black Friday stammt aus den USA. Was ist der Black Friday?

So nennt sich der Freitag nach Thanksgiving in den USA.

Was hat es damit auf sich?

Thanksgiving fällt immer auf den vierten Donnerstag im November. Da dieser Donnerstag in den USA ein Feiertag ist; so ist demzufolge der darauf folgende Freitag ein sogenannter Brückentag, wo zwar die Geschäfte auf haben aber viele US Bürger frei haben. Eingeführt wurde dieser Tag als die USA sich in einer Rezession befanden. Man wollte damit den Binnenkonsum ankurbeln.

 

Die deutschen Händler haben inzwischen auch hier in Deutschland diesen Tag übernommen und machen uns an diesen Tag mit enormen Rabatten ihre Produkte zum Kauf schmackhaft.

Auch in den kommenden Wochen bis Weihnachten wird der Handel grösste Anstrengungen unternehmen um uns Menschen zu Weihnachtseinkäufe zu verführen.

Interessant ist es, dass genau die Leute, welche am Black Friday und in der Vorweihnachtszeit Unmengen an Konsumgüter kaufen, auch oftmals die Leute welche der Meinung sind dass sie Lohnsklaven oder moderne Sklaven sind.

 

Schlusswort

Sind wir heutigen Menschen moderne Sklaven? Die Frage ist eigentlich recht einfach zu beantworten. Es kommt einfach auf den Blickwinkel an.

Wenn wir der Meinung sind, dass das Geldsystem uns fesselt oder wir uns von dem Geldsystem fesseln lassen; ja, dann sind wir moderne Sklaven. Dann sind wir Menschen in einer nicht freien Welt.

Wenn wir jedoch der Meinung sind, dass wir das Geldsystem uns nicht fesselt und wir das Geldsystem in unseren Sinne ausnutzen; nein, dann sind wir keine modernen Sklaven. Dann sind wir Menschen in einem freien Markt.

 

Nun bin ich wieder am Ende meiner heutigen Freitagsgedanken ankommen.

Wie sieht Eure Meinung dazu aus, dass wir Menschen moderne Sklaven sind oder auch nicht?

Sagt es mir bitte. Ich bin sehr gespannt darauf.

Ich wünsche Euch nun ein schönes und freies Wochenende.

Danke dass Ihr mir zugehört habt,

Euer Tom

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4 Comments

  1. Corinna Corinna

    Hallo Tom,
    ich habe deinen Eintrag sehr interessiert gelesen und zu dem Thema kamen mir sofort einige Gedanken.
    Ich heiße Corinna, bin 28 Jahre alt bin und arbeite als Sozialarbeiterin bei der Arbeiterwohlfahrt. Ich arbeite mit Familien im Brennpunkt, wobei es unter Anderem um häusliche Gewalt, Erziehungsprobleme, psychische Krankheiten und Geldnot geht.
    Ich habe festgestellt, dass mein eigener Standpunkt zum Geld sich sehr gewandelt hat. Im sozialen Bereich verdient man nicht sehr viel, obwohl man wirklich harte, kopflastige und auch verwaltungsreiche Arbeit leistet. Das wusste ich bevor ich mich dazu entschieden habe, Sozialarbeiterin zu werden. Ich habe mich gefragt, was ich wirklich will? Möchte ich mein Leben mit einem Beruf verbringen der mich zwar reich, aber nicht glücklich macht? Mein jetziger Job macht mich auch nicht immer glücklich, aber es ist auch „nur“ ein Job! Mein Motto war immer: Ich Arbeite um zu leben und nicht umgekehrt!
    Ich habe dann meine Werte überdacht und mich gefragt, was ich wirklich brauche um zufrieden zu leben. Ich stellte fest, dass ich mit weniger sehr zufrieden sein kann oder dass ich für andere Dinge, die ich wirklich möchte (wie tollen Urlaub) einfach hin spare. Grundbedürfnisse des Menschen sollten abgedeckt sein und da können wir uns in unserem Land eigentlich nicht beschweren. Sodass die Frage nach „Moderner Sklave“ auch Richtung „Luxusproblem“ geht, sofern man angestellter Arbeitnehmer ist.
    Jedenfalls ist es, wie du auch schon sagst, einfach eine Einstellungssache. Es kommt darauf an, was man draus macht. Weiterhin funktioniert das System ja einfach nicht anders. Dennoch habe ich in meiner Generation ein Umdenken bemerkt. In den meisten Fällen geht es in erster Linie nicht mehr um Leistung und das große Geld zu machen. Viele meiner Kollegen und Freunde arbeiten um zu Leben. Man passt im Job mehr auf sich auf und überlegt sich dreimal, ob diese Überstunden wirklich nötig sind oder ob man kran zur Arbeit kommt. Man muss sich fragen, was mir der Beruf persönlich bringt und ob ich beabsichtige mich jobtechnisch weiter zu entwickeln. Entsprechend muss man dann seine Arbeitsweise gestalten und natürlich auch den Chef auf seine Seite holen. Aber im Hinblick auf Burnout, Depression, eigene Grenzen etc. habe ich ein Umdenken bemerkt. Auch bei den Chefs!
    Weitergehend zu diesem Thema habe ich aber bemerkt, dass Deutschlands Sozialsystem die Arbeitnehmer eher zum Sklaven macht. Ich arbeite täglich mit Menschen zusammen, die Arbeitslosegeld II (Hartz IV) beziehen und mehr Geld für NICHTS TUN bekommen, als ich wenn ich 30 Std in der Woche arbeiten gehe. Die Wohnungen sind mit hochmodernen, technischen Geräten ausgestattet, die der Kühlschrank ist leer, die Bierflaschen und die Kippen stehen auf dem Tisch… Ich stelle einen Stiftungsantrag für neue Möbel und dann gibt’s nebenbei nochmal 500€… Dies zu bemerken macht mich viel wütender und da bemerke ich den Gedanken: „Okay, ich arbeite gerade, damit ihr euch das alles leisten könnt…“ Ganz klar möchte ich sagen, dass ich nicht alle über einen Kamm scheren möchte! Und viele Menschen können auch nicht arbeiten, wenn man Kleinkinder hat, die Kinder krank sind oder alleinerziehen ist. Aber ich bemerke einfach, dass das Geld in einigen vielen Fällen nicht dort ankommt, wo es laut Regierung hin soll und mit Befriedigung von Grundbedürfnissen hat dies nichts zu tun.
    Ich möchte auch nicht zu sehr ausholen, aber ich denke Du hast meine Intention dahinter verstanden. Vorangegangenes darf man auch nicht in jedem Kontext nennen, weil man auch dann als Spießer oder ähnlichem betitelt wird. Aber ich kann von mir sagen: Ich arbeite für weniger Einkommen als manche Menschen für faul sein bekommen. Und dies auszuhalten ist an „schlechten“ Tagen sehr schwierig…
    Ich danke Dir für deinen Freitag’s Gedanken und auf Neues von Dir gespannt. (Dies war übrigens das erste Mal, dass ich einen Beitrag von dir gesehen habe und gleich kommentieren musste. Dies habe ich generell auch noch nie getan;-) Aber das Thema Geld und heutige Einstellungen und Werte interessiert mich wirklich sehr und hinterfrage ich in meinem Alltag auch sehr häufig)
    In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Wochenende.
    Vielleicht bis bald.
    Corinna

    • Tombloggt Tombloggt

      Guten Abend Corinna,

      danke für Deinen sehr ausführlichen Kommentar. Ich habe mich darüber sehr gefreut.
      Ja, ich sehe es auch so wie Du. Die älteren Menschen, so ab den 35igern, sind noch sehr darauf trainiert bzw. gesellschaftlich formatiert möglichst das zu tun, was die Gesellschaft von ihnen erwartet. Brav zur Arbeit zu gehen, brav ihre Steuern und Abgaben zu leisten und bei Bedarf auch brav ihren „Dienst“ an der Waffe zu leisten.

      Aber, immer mehr jüngere Menschen weichen von diesen Weg ab. Und das gibt mir Hoffnung. Denn ich finde, dass die Menschen sich mehr auf das Wesentliche, nämlich zu leben konzertrieren sollten.

      Viele Grüsse Tom

  2. Ben Ben

    Hey Tom,
    Toller Beitrag – Vielen Dank!
    Die jungs von „freiwilligfrei“ haben zum Thema ein tolles Video gemacht.
    „Den Sklaven der Jones-Plantage wird die Freiheit geschenkt und es wird ihnen die Möglichkeit gegeben, freiwillig auf der Plantage weiterzuarbeiten. Das ist schön. Oder doch nicht?“ Schaut es euch an und urteilt selbst:

    https://www.youtube.com/watch?v=MO8FrZkB3No

    • Tombloggt Tombloggt

      Hallo Ben,

      danke für Deinen Kommentar. Und vor allem Danke, dass Du mich zu Deinem/Euren Blog gelotst hast. Den finde ich sehr interessant und aufschlussreich.

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