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Freitags Gedanken – Sex, Drugs & Rock’n’Roll

Hallo Leute,

wir haben heute wieder Freitag. Es ist darum wieder einmal Zeit, meine Freitags Gedanken zu der vergangenen Woche nieder zu schreiben.

Eigentlich stand für heute mein Thema schon fest. Denn ich hatte mir wieder einmal ernsthafte Gedanken um unsere Gesellschaft gemacht. Was aus ihr werden soll und so weiter. Dabei fiel mir auf, dass mich die ernsten Gedanken genau so runter ziehen, wie sie wahrscheinlich auch Euch bzw. meine Mitmenschen herunter ziehen.

Nur, wollen wir voller Ernst durchs Leben gehen? Ich jedenfalls nicht. Nachdem ich dann gestern noch durch Zufall über einen gewissen Dj Sammy gestoplpert bin, welcher mich an richtig coole Zeiten vor rund 16 Jahren erinnerte, standen meine heutigen Freitags Gedanken fest.

Sex, Drugs & Rock’n’Roll

 

Ein Blick in meine wilde Vergangenheit

Das Ende meines alten Lebens

Wir schreiben das Jahr Anfang 1999. Am Ende des Jahres steht die Jahrtausendwende. Ich wohne Anfang des Jahres noch in Cottbus. Frust macht sich in mir breit. Mein damaliger Arbeitgeber hat mir zu verstehen gegeben, dass so langsam aber sicher meine Zeit in seiner Firma abläuft. Cottbus ist der Ort, wo ich nach wie vor der Loser bin. In der Schule war ich der Loser. In der Ausbildung war ich auch der Loser. Und in meiner jetziger Firma bin ich auch der Loser. Ich gehöre zu den Losern von Cottbus.

An einem Wochenende bin ich mit meiner Freundin zu dieser Zeit in diesem schicksalhaften Jahr 1999 bei ihren Eltern. Dort bin ich am Rechner der Eltern und surfe im damals noch recht jungen Internet herum. Dabei bin ich auch auf der Website des Arbeitsamtes unterwegs. Denn sowohl meine Freundin als auch ich; wir wollen gern in den Westen Deutschlands gehen. Während im Osten so langsam alles weg bricht und langsam der Totentanz eingeläutet wird, sehen wir im Westen Deutschlands unsere Zukunft. Irgendwie lande ich bei meiner Arbeitssuche durch Zufall auf einem Angebot der Deutschen Bahn. Die Deutsche Bahn sucht Leute zur Ausbildung zum Lokführer für die Expo 2000 in Hannover. Natürlich mache ich direkt meine Bewerbung fertig. Leider bekomme ich eine Absage. Das bedrückt mich zwar ein wenig, aber mein Entschluss steht trotzdem fest. Ich möchte auf Biegen und Brechen in den Westen gehen.

Inzwischen haben wir es Sommer 1999. Mit meiner Freundin fliege ich nach Zypern. Zypern, die Insel der Götter sagt man.

Tom bloggt seinen Alltag

Am Flughafen kaufe ich kurz vor dem Abflug eine Zeitschrift, welche sich an junge wirtschaftsinteressierte Leute wendet. Später auf Zypern lese ich in dieser Zeitschrift, dass die grossen Autofirmen in Deutschland Ingenieure suchen. Als ich das lese, denke ich mir “ Mhm, ok. Wenn die Autoindustrie Ingenieure sucht, dann sucht sie bestimmt auch Facharbeiter. Sobald ich wieder in Deutschland bin, werde ich mich dort mal als Industriemechaniker bewerben.“.

Nach zwei zwei sehr schönen Wochen auf Zypern bin ich wieder daheim in Cottbus und schreibe direkt etliche Bewerbungen an die Autofirmen. Wenige Tage später hagelt es Absagen.

Das Ding mit dem Westen ist für mich gegessen. Eines Tages komme ich nach Hause und finde einen Brief von einer gewissen Firma „DB Arbeit“ vor. Wusstet Ihr, dass die Deutsche Bahn ihre eigene Zeitarbeitsfirma hat? Nicht? Das macht nichts. Denn ich wusste es bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht. In diesem Brief fragen sie bei mir an, ob ich immer noch an der Ausbildung als Lokführer interessiert bin. Klaro bin ich das. Falls ich noch daran interessiert sei, so schreiben sie, so solle ich mich doch bitte schön noch einmal bewerben. Was für ein Mist. Es ist mitten in der Woche Abends. Der Rechner samt gespeicherten Bewerbungsunterlagen steht bei den Eltern meiner Freundin 60 Km entfernt. Was als tun? Da fällt mir ein, dass ich von der Bahn im Januar bis auf das Absageschreiben meine Unterlagen nicht zurück erhalten habe. Wenn die von DB Arbeit wussten, dass ich mich im Januar 1999 als Lokführer beworben hatte; dann müssten sie also auch noch meine Bewerbungsunterlagen vorliegen haben. Kurz nachgedacht und dann steht der Entschluss. Schnell fahre ich in ein Internet-Cafe. Das Internet-Cafe müsste sowohl Rechner als auch Drucker da haben. Dort mache ich ein kurzes Schreiben an DB Arbeit fertig, mit welchem ich mein weiterhin vorhandenes Interesse an der Ausbildung als Lokführer bekunde. Wie aber soll ich aus dem Kopf eine vernünftige Bewerbung schreiben? Ganz kurz; ich setze Alles auf eine Karte und schreibe sinngemäss:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie fragten mich mit Ihrem Schreiben vom xxx ob ich immer noch Interesse an der Ausbildung als Lokführer für die Expo 2000 habe. Hiermit teile ich Ihnen mit, dass meinerseits immer noch Interesse daran besteht. Ich nehme an, dass auch Ihrerseits Interesse daran besteht, mich als Lokführer auszubilden. Ausserdem nehme ich noch an, dass meine Bewerbungsunterlagen bereits bei Ihnen vorliegen. Aus diesem Grund schicke ich Ihnen keine weiteren Unterlagen von mir zu, sondern bitte Sie um ein Vorstellungsgespräch.

In Erwartung einer baldigen Antwort,

mit freundlichen Grüssen

Thomas Löschner

 

Anfang September 1999 bekomme ich eine Brief von DB Arbeit. Darin teilt man mir meinen Termin zum Vorstellungsgespräch mit.

 

Bevor ich euch nun weiter mit meinem weiteren beruflichen Werdegang als Lokführer langweile, komme ich nun langsam zum Wesentlichen. Noch ganz kurz; es folgten Vorstellungstermin, Eignungstest und der Termin um den Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Ab Mitte oder Ende September 1999 bis Ende April 2000 war ich dann zur Ausbildung als Lokführer in Hamburg.

 

Der Aufbruch in mein neues Leben

Hamburg…

… was für eine geile Stadt. Direkt in der ersten Woche fahre ich Abends mit der S-Bahn zur Reeperbahn und gehe dort in den Club „Cult“. Dort habe ich den ganzen Abend viel Spass. Es wird später und später. Mein Geld ist irgendwann alle und ich muss auch langsam ins Bett. Schliesslich möchte ich für den Unterricht am nächsten Tag auch fit sein. Ich gehe zur S-Bahn. Verdammt, es fährt keine mehr. Irgendwie muss ich doch zurück nach Hamburg Wilhelmsburg ins Wohnheim.  Also gehe ich zum Taxi Stand und frage, welches Taxi mich nach Hause fahren würde unter der Bedingung dass ich das Taxigeld dann erst aus meiner Wohnung holen müsste. Ein Taxifahrer lässt sich auf den Deal ein und fährt mich nach Hause. 50 DM für die Strecke Reeperbahn – Wilhelmsburg.

Durch Zufall fällt mir eines Tages das Stadtmagazin „Prinz“ in die Hand. Dort stehen die besten Clubs in Hamburg drin. Dadurch erfahre ich auch, dass am kommenden Mittwoch in einem der Clubs eine Mitgliedskarte für relativ günstiges Geld zu kaufen gibt, mit welcher ich jeden Mittwoch freien Eintritt in diesen Club habe. Am betreffenden Mittwoch bin ich natürlich bei diesem Club „Voila“ vor Ort und ergattere eine dieser Mitgliedskarten. Coole Sache, jetzt ist jeden Mittwoch coole Party angesagt. Und das für Gratiseintritt.

Der Aufbruch in mein neues Leben. Mich kennt dort Keiner. Ich bin in Hamburg ein unbeschriebenes Blatt. Weder ein Gewinner noch ein Verlierer. Das Leben hat mir die Chance für einen Neustart gegeben. Und ich gebe Gas, denn ich will Spass. Meine Jugend, welche mir durch Mobbing ziemlich versaut wurde, hole ich nun mit ca. 26 Jahren nach.

Party go on…

 

Sex, Drogs & Rock’n’Roll Techno

Hatte ich Euch schon erzählt, um welche Art Clubs es sich bei dem „Cult“ und dem „Voila“ handelt? Das „Cult“ liegt auf der Grossen Freiheit und ist ein Club wo eher Pop & Rock gespielt wurde, sowie viele Touris anzutreffen waren. Im „Voila“ hingegen wurde Techno & House gespielt. Das „Voila“ lag in einem Hamburger Stadtteil, welcher mir heute nicht mehr einfällt.  Dort war grösstenteils die Hamburger Partyszene anzutreffen gewesen. Die Partys machten mir in Hamburg riesengrossen Spass. Meine Ausbildung zum Lokführer natürlich auch. Ratzfatz war die Ausbildungszeit in Hamburg vorbei und es hiess für immer Abschied zu nehmen. Nun rief Hannover nach mir.

Meine Zeit in Hannover fasse ich ganz kurz. Denn Hannover mag ich aus diversen Gründen nicht. Von Anfang Mai bis Ende Oktober bin ich in Hannover als Lokführer tätig. Hannover mag ich überhaupt nicht. Die Leute sind komisch, eingebildet und ich habe das Gefühl dass sie zum Lachen in den Keller gehen. Ab Anfang November bin ich als Lokführer in Kornwestheim bei Stuttgart tätig.

Dort lerne ich eine der coolsten Partyreihen ever kennen. Kennt Ihr die B.TV Rave Party? Nicht? Ich kannte diese legendäre Partyreihe damals auch nicht. Bis ich nach Stuttgart kam. Aber was ist nun die B.TV Rave Party?

Die B.TV Rave Party

B.TV steht für Badenwürthenbergisches TV. Diese Raveparty fand damals in einem B.TV Fernsehstudio in Ludwigsburg bei Stuttgart statt. Sie lief in etwa so ab:

  • zuerst standen die Leute alle draussen -> kein Einlass
  • war die Zeit ran und genug Leute da, so wurden sie alle auf einmal hineingelassen
  • Eintritt bezahlen, zur Garderobe gehen, ersten Drink holen
  • da diese Partyreihe sehr beliebt war, war vorher der Andrang entsprechend gross und das Fernsehstudio mit ca. 1000 Ravern sehr schnell voll
  • es lief noch keine Musik
  • sobald das Studio voll war und die Sendezeit ran war, hiess es “ Achtung, fertig machen. Wir senden in 3..2..1.. und tanzen.“. Damit ging diese Partyreihe live mit einer Zeitverschiebung von ein paar Minuten auf Sendung
  • diese Partyreihe fand einmal im Monat statt und anschliessend übertrug B.TV die jeweilige Monatsparty jede Nacht im Nachtprogramm
  • mit Getränken, coolen Leuten & sexy Mädels, geiler Musik, Gogotänzer gab es dort Alles, was zu einer guten Party gehört
  • es wurde dort heftigst gefeiert und es gab dort auch nie Stress
  • wurden Aktionen gemacht, so wurden diese für das anschliessend stimmige Bild vorher angekündigt

 

Dieses B.TV Ravepartys waren die besten Partys, welche ich jemals in meinen Leben erfahren durfte. Sie waren so gut, dass ich damals selbst, als ich nicht mehr in Stuttgart sondern in Gronau/Westfalen wohnte und arbeitete, von Gronau 8 Stunden bis nach Ludwigsburg mit dem Zug gefahren war. Nachmittags rechtzeitig in den Zug gestiegen und Abends dann pünktlich zur Party da gewesen. Nach der Party mit dem ersten Zug morgens zurück gefahren und 8 Stunden im Zug geschlafen.

Ihr findet diese B.TV Partys genauso cool wie ich? Dann habe ich noch zum Schluss ein kleines Special für Euch:

 

Jetzt fragt Ihr Euch bestimmt, was diese ganze Geschichte mit meinen Freitags Gedanken zu tun hat. Bitte noch ein wenig Geduld. Die Erklärung kommt gleich.

 

Angekommen im neuen Leben

In dieser wilden Partyzeit werde ich zur Jahrtausendwende auch Gogotänzer. Nein, nicht in Baden-Würthenberg, sondern hier in NRW. Erst tanze ich für eine Agentur und wenig später gründe ich mit einer Geschäftspartnerin 2001 meine eigene Gogotanz-/ Strip- & Eventagentur.

Nun bin ich nicht mehr der Verlierer von früher sondern habe mein komplettes Leben umgekrempelt.

2004 ca. befindet sich diese ganze Gogotanzsache so langsam auf dem absteigenden Ast und ich möchte mich auch mehr auf die Bahn konzentrieren. Zeit, um Abschied von Gogotanzen und der ganzen Szene zu nehmen. Dies fällt mir sehr schwer, aber ich muss eine Entscheidung treffen. Mit der Agentur allein kann ich nicht meine Existenz sichern. Mit meinem Job als Lokführer hingegen schon. Für Beides zusammen habe ich keine Zeit und auch keine Kraft. Als gebe ich die Gogotanzsache schweren Herzens auf.

 

Heute

Als ich gestern durch Zufall auf ein Lied von Dj Sammy gestossen bin, fiel mir meine wilde Zeit von damals wieder ein. Mir fielen die vielen coolen Partys und insbesondere die B.TV Rave Party, wo er auflegte, wieder ein. Ich dachte nach. Dabei fiel mir auf, dass damals die Leute zwar Drogen nahmen, aber ausgelassen und friedlich feierten. Es gab nie Stress auf diesen Partys. Mit den Drogen war es damals ( nicht auf der B.TV Party ) so schlimm gewesen, dass damalige Freunde von mir für ihre Drogen auf dem Strassenstrich anschaffen gingen. Und zwar Weiblein wie Männlein.

Trotz allem war diese Zeit damals toll gewesen:

  • glückliche und feiernde Menschen
  • keine Hetze gegeneinander
  • man feierte Partys noch wirklich

 

Und heute? Jeder achtet auf den Partys darauf bloss nicht peinlich zu sein. Das Outfit muss sitzen und das Styling bzw. die Schminke ebenso. Die Leute lassen auf den Partys nicht ihre Alltagssorgen hinter sich, sondern nehmen sie mit auf die Partys. Heute ist viel Schein und wenig Sein im Spiel. Oftmals gibt es auf den Partys Stress und Schlägereien. Schade…

… um diese neue Partyzeit. Oftmals vermisse ich die Partyzeit von früher. Mir ist es aber egal, wie die Leute heute feiern. Ich feiere so, wie ich früher gefeiert habe. Exsessiv, gut gelaunt mit viel Spass & Action. Was die Leute dabei von mir halten ist mir Latte.

Tom bloggt seinen alltag party fzw virtual nights

 

Warum ich das schreibe? Weil ich mir wünsche, dass alle Menschen so exsessiv feiern würden wie ich heute und die Leute damals.

Wir haben es nun heute Freitag Abend. Das Party-Wochenende beginnt wieder. Ich würde mich freuen, wenn Ihr die Sau so rauslassen würdet, wie wir damals in den 2000er Jahren die Sau raus gelassen haben. Ok, heutzutage brauch ich danach ein Sauerstoffzelt. Aber egal…

Party rock on…

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein cooles Party Wochenende.

Danke dass Ihr mir zugehört habt.

Euer Tom

 

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