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Freitag’s Gedanken – Ich bin ein Verlierer…

… und das ist auch gut so!

 

 


Guten Morgen meine Lieben,

wir haben heute wieder Freitag. Es ist darum wieder einmal Zeit, meine Freitag’s Gedanken zu der vergangenen Woche nieder zu schreiben.

 

Wie Ihr sicher schon an der Überschrift zu dem heutigen Beitrag und auch an dem Video sehen konntet, geht es heute um Verlierer. Warum ich ein Verlierer bin und warum dies auch gut so ist. Meine Gedanken wurden diese Wochen und auch Wochen vorher davon bestimmt, daß ich wieder einmal verloren habe. Ein Verlierer oder, umgangssprachlich gesagt, ein Loser bin.

Was war passiert?

So manch einer von Euch kann sich sicher an mein Foto – Blog – Projekt „365 days – 365 moments of my life“ erinnern. In diesem diesem Projekt ging es darum, daß ich vom 01.01.2015 bis 31.12.2015  jeden Tag ein einmaliges und sich nicht wiederholendes Foto machen wollte. Dazu sollte es dann immer einen mehr oder weniger langen Text bzw. Blog geben.

http://www.tom-bloggt-seinen-alltag.de/category/foto-blog-projekt-365-days-365-moments-of-my-life/

Ich habe lange überlegt; wie ich es am Besten den Leuten sage, welche mein Projekt verfolgen. Daß ich bei dieses Projekt ca. 3 Monate vor Projektende aufgeben mußte.  Letztendlich stand ich vor der Wahl, mich irgendwie durchzuwursteln oder aber ehrlich zu sein und mir sowie der ganzen Welt einzugestehen, daß ich mit meinem Projekt gescheitert bin. Daß ich ein Loser bzw. ein Verlierer bin.

Ich dachte recht lange nach und kam zu der Entscheidung, daß ich lieber ein ehrlicher Verlierer als denn ein betrügerischer Gewinner sein möchte. Denn wer mich kennt, weiß daß ich eine ehrliche und direkte Haut bin. Darum wird dieses Bild hier, welches ich am Abend des 01.10.2015 gemacht habe, auch das letzte Bild und damit Abschlußbild in meinen Projekt sein.

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Eigentlich wollte ich dieses Bild, welches in der Rush Hour des 01.10.2015 entstanden ist „Rush Hour“ nennen. Es verkörperte für mich die Hektik des Alltags.

Nun aber, nach all den geschehenen Dingen, verkörpert es für mich mit den roten Rücklichtern eher die davon fahrende Vergangenheit, wo ich ein Verlierer war. Oder aber, es verkörpert für mich mit den auf mich zu rasenden hellen Lichtern meine Vergangenheit als Verlierer, welche ich immer wieder auf mich zu rast.  Es liegt an mir, auf welche Spur ich mich stelle. Stelle ich mich auf die Spur, wo meine Vergangenheit als Verlierer mir davon fährt oder stelle ich mich auf die Spur, wo meine Vergangenheit als Verlierer wieder auf mich zu gerast kommt?

Da ich die Zukunft nicht vorher sagen kann, aber weiß daß ich meine größten Erfolge als Gewinner immer dann gefeiert habe nachdem ich als Verlierer am Boden lag, bin ich gern ein Verlierer. Denn ein Verlierer, welcher so wie ich immer und immer wieder durch sein Leben zu Boden geschlagen wird und dann doch wieder auf steht, ist kein Verlierer sondern ein Gewinner. Da ich aus jedem dieser Fehler, wo raus ich anschließend ein Gewinner wurde, gelernt habe; kann ich heute von mir sagen: Ja, ich bin ein Verlierer… und das ist auch gut so! Denn ich folge einem Naturgesetz, welche heißt: Ohne Nordpol gibt es auch keinen Südpol. Ohne Minus gibt es auch kein Plus. Ohne Hass gibt es auch keine Liebe. Und so weiter und sofort. Ich denke mal, Ihr versteht mich.

Warum habe ich mein Foto-Blog-Projekt aufgegeben?

Zuerst hatte ich immer mehr und längere Schichten machen müssen. Dann kamen noch andere Projekte bei mir dazu. Dies aber sind Alles nur Ausreden für mein Versagen. Letztendlich gehe aus diesem Projekt aus zwei Gründen als Verlierer heraus:

  • Zuerst hatte ich es nicht mehr geschafft, die Fotos des Projektes zeitnah zu bearbeiten und in das Projekt einzubringen.
  • Später habe ich einfach nicht mehr meinen Arsch hoch bekommen, um jeden Tag ein Foto für dieses Projekt zu machen.

Wie geht es nun mit meinem Foto-Blog-Projekt weiter?

Wie ich schon geschrieben habe, ist dieses Projekt nun gestorben. Da ich aber auch ein Mensch bin, welcher als Verlierer nie lange am Boden liegen geblieben war, habe ich aus diesem gescheiterten Projekt meine Schlußfolgerungen gezogen. Diese Schlußfolgerungen heißen für mich:

  • Ja, es wird nächstes Jahr wieder ein Foto-Projekt von mir geben.
  • Ich werde in Zukunft mehr an meiner Disziplin arbeiten und wichtige Sachen nicht zu sehr aufschieben.
  • Ich werde mich in Zukunft mehr auf spezielle Sachen fokussieren und nicht mehr auf vielen Hochzeiten tanzen.

 

Mein Leben als Verlierer  Gewinner

Mir haben schon viele Menschen gesagt, daß ich ein Loser sei. Es waren immer dieselben Menschen gewesen, welche später feststellen mußten wie sehr ich mich zum Gewinner verändert habe. Auch Ihr kennt bestimmt Jeder einen Menschen, welcher ein Verlierer ist. Sei es nun, weil:

  • er oder sie in der Schule oder auf der Arbeit gemobbt wird
  • seine Frau oder ihr Mann davon gelaufen sind
  • er oder sie ihre Arbeit verloren hat
  • er oder sie in Schulden gefangen ist
  • er oder sie ein Unglück zu verantworten haben
  • er oder sie mit der eigenen Firma gescheitert sind

Jeder Mensch wird immer wieder einmal im Leben ein Verlierer sein! Mit den richtigen Schlußfolgerungen daraus aber erhebt er sich, so wie ich, immer wieder aus dem Dreck und wird zum Gewinner. Glaubt mir, ich war in meinen Leben schon sehr oft ein Verlierer gewesen. Heute im Rückblick muß ich sagen, daß es gut war und ist ein Verlierer zu sein. Denn wäre ich damals nicht dieser Verlierer gewesen, dann wäre ich heute nicht einer von den Gewinnern in unserer Gesellschaft.

Jetzt möchtet Ihr bestimmt wissen, wann ich in meinem Leben ein Verlierer war und wie ich zu einem Gewinner wurde.

 

Meine Jugendzeit

Ich war in dieser Zeit der typische Verlierer schlechthin gewesen. Meine schulischen Leistungen waren eher schlecht. In der Ausbildung wurde ich gemobbt. Das ging von Beleidigungen bis Schläge. Die Mädels haben sich nicht für mich interessiert und ich war viel zu schüchtern sowie unsicher als daß ich mich einem Mädel genähert hätte. Für mich stand fest, daß dies spätestens dann vorbei sein wird, so bald meine Ausbildung vorbei ist.

Leider ging meine Rechnung nicht ganz auf. Denn in dieser Zeit damals wurde ich auch spielsüchtig. Ich war süchtig danach den Highscoore beim Flipper-Automaten zu schlagen. Dadurch, daß ich sonst keine Anerkennung erfuhr, war für mich und meinen falschen Stolz dieser Highscoore extrem wichtig. Nur dadurch fühlte ich mich stark und cool. Ein verhängnisvoller Teufelskreis. Ratzfatz landete ich damit in den Schulden.

Nach der Ausbildung bekam ich einen guten Job. Aber die Spielsucht hatte mich weiterhin fest im Griff.

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Und so wuchsen meine Schulden immer weiter. Ich merkte auch daß meine damalige Heimatstadt, aufgrund meines Rufes als Loser, nicht mehr die richtige Stadt für mich war.

Eines Tages sah ich online beim Arbeitsamt, daß in Westdeutschland Leute für die Ausbildung zum Lokführer gesucht werden. Lokführer, mein großer Traumberuf, welchen ich damals gern ausüben wollte und nicht konnte. Da ich in Ostdeutschland nichts mehr zu verlieren hatte, bewarb ich mich direkt. Wenige Monate später hatte ich ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch und so kam es, daß ich nach etlichen Jahren mit 26 Jahren von Ostdeutschland nach Westdeutschland zog.

Eine neue Zeit bricht an

Für mich stand nun fest; hier kennt mich niemand und damit kann ich hier einen kompletten Neustart meines Lebens hinlegen.  Es stand für mich auch fest daß ich mich nie wieder mobben und demütigen lasse. Bei der Ausbildungsgruppe für Lokführer war ich der einzigste „Ossi“ von insgesamt 12 Leuten. Die Anderen waren der Meinung, daß sie mich deswegen mobben müßten. Da ich jedoch nie wieder solch Zeiten wie in meiner Jugend erleben wollte, setzte ich mich erfolgreich zur Wehr und wurde danach recht schnell akzeptiert.

Nun fragt Ihr Euch bestimmt, warum ich mich damals in meiner Jugendzeit nicht gegen das Mobbing gewehrt hatte. Ganz einfach. Ich dachte fälschlicherweise; daß wenn ich mich nicht wehre, meine Peiniger mich auch schnell in Ruhe lassen. Dies war leider ein Irrtum.

Im Westen erkannte ich nun das erste Mal, daß es nichts bringt als Verlierer am Boden liegen zu bleiben. Dadurch wird nichts, aber auch garnichts besser. Bleibt man liegen und erhebt man sich nicht, dann ist man ein Verlierer. Ein Opfer. Erhebt man sich jedoch nach jeden Niederschlag und kämpft weiter, dann ist man ein Gewinner.

Mit dieser Einstellung bekam ich recht schnell neue Freunde und ich wurde seitdem auch nie wieder gemobbt.

 

In der Schuldenhölle

Ihr könnt Euch bestimmt noch daran erinnern, daß ich wegen meiner Spielsucht in Geldnot geraten bin. In der Zeit zwischen meiner Ausbildung und dem Gang in den Westen lernte ich eine Frau kennen, mit welcher ich anschließend eine lange Beziehung hatte. Sie stellte mich angesichts meiner Spielsucht vor die Entscheidung: Sie oder die Spielsucht. Ich entschied mich für sie und damit hatte ich es geschafft erfolgreich aus meiner Spielsucht auszusteigen. Meine Schulden jedoch blieben. Wegen einer anderen Frau trennte ich mich letztendlich von ihr.

Meine Spielsucht war nun zwar Vergangenheit, aber ich hatte immer noch meine Schulden an der Backe. Schlimmer noch, ich konnte nicht mit Geld umgehen. Nun kam es, wie es kommen mußte. Ich bezahlte mehrere Mietrechnungen nicht mehr. Eines Tages fand ich einen Brief im Briefkasten, wo drin stand daß mir die Wohnung gekündigt wird. Damit hatte ich das nächste Problem an der Backe. Mir fehlte einfach das Geld um diese Kündigung zu verhindern. Somit ging es für mich als recht gut verdienenden Lokführer Richtung Obdachlosigkeit. Wieder einmal lag ich im Dreck. Wieder einmal war ich ein Verlierer.

In letzter Sekunde lieh mir ein guter Freund das dringend benötigte Geld und verhinderte damit meine Obdachlosigkeit. Wieder einmal kämpfte ich mich durch bis meine Finanzen wieder gut da standen. Wochenlang ernährte ich mich nur von Wasser, Brot und Reis mit Ketschup. Dazwischen gab es manchmal ein ganz wenig Fleisch und Obst bzw. Gemüse. Es war damals eine verdammt harte Zeit. Aber ich ging auch aus dieser Zeit als Gewinner heraus.

Freier Fall

Kurz bevor ich mit meinen Finanzen im Reinen war, lernte ich abermals eine Frau kennen. Mit ihr hatte ich anschließend meine nächste sehr lange Beziehung. Sie war eine Frau, welche man am Besten als Bling-Bling-Frau bezeichnen könnte. Ich denke mal, Ihr könnt Euch schon denken, wie die Beziehung mit ihr geendet ist. Aber ich erzähle Euch erst einmal den Anfang. Alles was schick war, war für sie interessant. Natürlich wollte sie auch irgendwann ein schickes Auto haben. Es sollte ihr Traumwagen sein. Natürlich hatte sie nicht genügend Geld dafür. Somit sprang ich noch zusätzlich mit ein. Am Ende hatten wir zusammen Schulden von über 30 000 Euro.

3 Jahre später machte sie mit mir Schluß. Ich war der Hauptkreditnehmer und hatte auf einmal rund 30 000 Euro Schulden an der Backe.

Wie im freien Fall stürzte ich Richtung Boden. Je länger dieser Fall ging, um so mehr hoffte ich, daß es aufhört. Meine Verzweiflung stieg und somit raste ich mit meinem Wagen mit rund 200 Sachen die Landstrasse entlang. Ich war auf der Suche nach dem schönsten Baum. An ihm sollte mein Leben enden. Aber irgendwie fand ich keinen beschissenen Baum, welcher mir gefiel. Plötzlich bemerkte ich, was für ein Mist ich hier eigentlich mache und ließ meinen Wagen ausrollen.

Ich bemerkte, daß ich mich solch Sachen wie Schulden oder beendete Beziehungen nicht umbringen können. Das Schlimmste, was mir passieren könnte, wäre das ich von diesem Planeten Erde herunter falle. Dies aber wird wahrscheinlich nicht passieren.

Mit dieser Einsicht hatte ich endlich den Boden erreicht. Mein freier Fall war zu Ende. Der Aufschlag war verdammt hart, aber er hat mich nicht getötet. Wieder einmal war ich, weil ich einen Fehler gemacht hatte, der Verlierer. Und wieder einmal lag es an mir selbst mich aus dem Dreck zu erheben und damit zu einem Gewinner zu werden.

Ich erkannte, daß Geld für mich immer weniger Wert hat.

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Fähigkeiten, welche ich mir jedoch durch diese Krisen angeeignet hatte, sind für mich unbezahlbar.

 

Nun zum Ende fragt Ihr Euch bestimmt, ob ich meinen Peinigern und meiner Ex von damals böse bin?

Nein, bin ich nicht. Ohne deren Drang mich als Verlierer da stehen zu lassen, wäre ich heute nicht der Gewinner welcher ich bin. Ich habe Denen vergeben.

 

Zum Schluß: Ja, ich bin aus meiner Foto-Blog-Projekt als Verlierer heraus gegangen. Aber ich habe aufgrund dessen viele neue Einsichten gewonnen, welche mir in Zukunft helfen werden zum Gewinner zu werden.

 

Meine lieben Freunde, wir sind nun schon wieder am Ende meiner Woche angekommen. Ich hoffe es hat Euch gefreut, meinen Gedanken zu lesen. Es würde mich freuen, wenn der Eine oder Andere von Euch seine Gedanken als Kommentare niederschreiben würde.

Denkt bitte daran; nur wer nach einem Niederschlag am Boden liegen bleibt ist ein Verlierer. Derjenige, welcher sich aus dem Dreck erhebt ist ein Gewinner.

 

In dem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende.

 

 

 

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