Ein Buch überarbeiten, Tom bloggt seinen Alltag als Schriftsteller

Ein Buch überarbeiten

Ein Buch überarbeiten zu müssen… das ist für mich das Schlimmste, was mein Traumberuf als Schriftsteller für mich bereit hält. Natürlich schreibe ich gern Bücher. Aber, ein Buch überarbeiten zu müssen… das hat für mich Ähnlichkeit mit meinem Dienst als Lokführer, wo ein fester Dienstplan mein Leben bestimmt. Es ist nicht schön, aber es gehört halt zu einem Traum mit dazu.

Ich fahre gern mit meinen Zug frühmorgens um 5:00 Uhr in den Sonnenaufgang… das Feeling ist unbeschreiblich. Aber, ich hasse es, um um 2:30 Uhr morgens aufzustehen. Da sind mir Spätdienste, um ich erst um 14:30 Uhr auf der Dienststelle sein muss und darum bis 12 Uhr mittags schlafen kann, viel lieber. Dann fahre ich zwar nicht mehr in einen wunderschönen Sonnenaufgang, aber dafür in einen wunderschönen Sonnenuntergang. Beiden wohnt Magie inne.

Und dann mein Dienstplan an sich selbst… er sagt mir wann und wie ich zu arbeiten habe. Wie meine Frau oder meine Freunde oder meine Familie zu arbeiten haben; das interessiert ihn nicht. Ebenso wenig interessiert ihn, ob an einem bestimmten Tag ein besonderes Konzert ist, das ich besuchen will… mein Dienstplan sagt mir, ob ich dies kann oder nicht. Aber, trotz Allem will ich mich nicht beschweren. Denn der Beruf des Lokführers ist mein Traumjob. Schon allein weil ich durch ihn so viele Facetten und Eindrücke des Lebens sowie der Natur sehe… schon allein deshalb ist er mein Traumjob und ich kann darum mit seinen negativen Seiten leben. Davon abgesehen… es ist schon geil, als ICE Pilot mit 300 Sachen auf Flughöhe Null durch die Landschaft zu fliegen.

Ein Buch überarbeiten

Die Rohfassung zu schreiben… das macht richtig Spass. Denn hier kann man seine Kreativität richtig raus lassen. Hier sind Rechtschreibung und Grammatik absolut egal. Auch die Logik in den Handlungen der Geschichte ist hier absolut egal. Eine Anmerkung an dieser Stelle: wenn ich hier von einem Buch spreche, dann rede ich immer von einem Roman oder Ähnliches. Auf das Schreiben von Sachbüchern trifft dieser Artikel eher wenig zu. Ob ich jemals ein Sachbuch, wie dies ein Ratgeber ist, schreiben werde… ich denke eher nicht. Denn ich kann dort als Autor nicht kreativ sein, sondern muss mich da an die Fakten halten.

Während ich diesen Artikel hier schreibe, pausiert die Arbeit an meinem autobiografischen Roman schon seit knapp einen Monat. Ab dem ersten Juni 2020 setze ich meine Arbeit an ihm fort.

Warum aber pausiert sie? Ganz einfach: vom ersten Januar 2019 bis Juni 2019 schrieb ich seine Rohfassung. Von Juni 2019 bis zum Jahreswechsel 2019/2020 überarbeitete ich ihn das erste Mal. Dabei korrigierte ich die ersten groben Fehler und ergänzte noch so Einiges im Roman. Seine zweite Überarbeitung erfolgte von Januar 2020 bis Ende April/Anfang Mai 2020. Hier fand ich immer mehr Fehler sowohl in der Grammatik und der Rechtschreibung als auch in der Logik meiner Geschichte. Aber, beim wiederholten Lesen fielen mir auch extrem viele Wortwiederholungen, eine Schwäche von mir, auf. Die müssen raus. Deshalb muss ich mein Buch ein drittes Mal überarbeiten. Da es dann aber die finale Überarbeitung sein soll, musste ich ein wenig Abstand zu meinem Buch gewinnen. Aus diesem Grund lies ich es ungefähr 4 Wochen ruhen. Habe ich in dieser Zeit nichts getan? Nein.

Statt mich auszuruhen, habe ich angefangen, erste Vermarktungsmassnahmen meines Buches zu ergreifen. Dazu gehört sowohl das Aktivieren meines Instagram Accounts „thomasloeschner_autor“ als auch die Wiederinbetriebnahme meines Blogs „Tom bloggt seinen Alltag“ als „Tom bloggt seinen Alltag als Schriftsteller“. Warum vermarkte ich mich eigentlich selbst und überlasse das nicht einfach einen Verlag? Ganz einfach, weil ich kein Verlagsautor bzw. kein Schriftsteller bin, der über einen Verlag seine Bücher veröffentlicht. Nein, ich will meine Bücher als Selfpublisher selbst veröffentlich. Darum soll es an dieser Stelle aber nicht gehen. Denn dazu wird es von mir noch einen extra Artikel geben. Eines aber möchte ich noch sagen, bevor ich wieder auf die Überarbeitung eines Buches zu sprechen komme: Auch das Vermarkten von Büchern macht Spass. Denn hier muss man ebenfalls kreativ sein.

Ein Buch überarbeiten… das ist wie das Schleifen eines wunderschönen Möbelstücks aus Holz. Während man es anfertigt, hat man viel Spass daran. Denn dank der menschlichen Kreativität entsteht etwas Wundervolles. Dann aber, damit es perfekt und schön ist, muss es geschliffen werden. Erst grob, dann immer feiner. Das kostet Zeit, Energie und Nerven. Es verhält sich hier wie das Kauen von einem Kaugummi.

Warum das Schreiben eines Buches ein Kaugummi ist

Kennst Du das? Der frische Pfefferminz Kaugummi schmeckt richtig lecker. Aber, nach einer gewissen Zeit schmeckt er immer fader. Du willst ihn darum ausspucken. Mit einem geschriebenen Buch verhält es sich genau so. Nur kannst Du das nicht so einfach weg schmeissen. Denn dann hättest Du umsonst ein Buch geschrieben. Habe ich recht?

Genau so verhielt es sich auch mit dem Schreiben meines autobiografischen Romans. Als ich seine Rohfassung schrieb… das schmeckte mir richtig gut. Auch die erste Überarbeitung schmeckte mir noch. Bei der zweiten Überarbeitung hatte ich das Gefühl, nur noch einen faden Kaugummi zu kauen. Mein Buch weg zu werfen, wie ich einen faden Kaugummi ausgespuckt hätte… das stellte keine Option für mich dar. Denn dann hätte ich umsonst ungefähr 715 Seiten geschrieben und auch umsonst meine Freizeit von über einem Jahr dafür geopfert. Nein, ich musste wieder Lust auf mein Werk bekommen… ich musste wieder die Lust und das Feuer in mir verspüren, an meinem Werk weiter zu arbeiten und es nun auch ein drittes Mal zu überarbeiten. Aus diesem Grund musste ich dringend Abstand zu meinem Roman gewinnen. Jetzt aber, nach vier Wochen habe ich wieder richtig Bock auf die Arbeit an ihm.

Da ist es wieder: egal wie toll auch etwas ist; irgendwann kommt der Moment, wo einem auch das keinen Spass mehr macht. Es liegt dann an einem selbst, ob es dann sein lässt oder eben nicht. Wenn man es sein lassen will, dann sollte man aber niemals vergessen, dass man dann seinen Traum aufgibt. Wenn ich mir wegen den Widrigkeiten, die mein Job als Lokführer mitbringt, meinen Traum aufgeben will; dann muss mir klar sein, dass ich nie wieder frühmorgens eine Zug durch Felder fahren werde, aus denen der Morgennebel der Sonne entgegen steigt. Will ich wegen des langweiligen Überarbeitens meinen autobiografischen Roman aufgeben und stattdessen ein neues Buch schreiben; dann werde ich meinen Traum, ein erfolgreicher Schriftsteller zu sein, verwirklichen können. Mit diesen Worten möchte ich diesen Artikel schliessen.

Ach so, im Übrigen: seit ich in diesem Jahr mit meinem Dienstplan als Lokführer in einem anderen Plantyp bin, seitdem ist er auch viel besser als zuvor und ich fühle mich damit richtig wohl.

 

 

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