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Freitags Gedanken – Unser Ich Teil 2

Hallo Leute,

wir haben heute wieder Freitag. Es ist darum wieder einmal Zeit, meine Freitag’s Gedanken zu der vergangenen Woche nieder zu schreiben.

Wir haben heute Freitag, den 12.02.2016. Es ist 10:00, die Sonne scheint draussen und ich überlege immer noch, wie ich am Besten bis 12:00 meine Gedanken zu der vergangenen Woche hier nieder schreibe. Eigentlich war es für mich immer ganz einfach und klar gewesen. Ich schreibe einfach das nieder, was mir in der vergangenen Woche widerfahren ist und worüber ich mir  so meine Gedanken gemacht habe. So weit so gut. Für mich stand fest, dass ich auf jeden Fall über den zurück liegenden Karneval bzw. Fasching schreibe. Dann jedoch gab es am Dienstag Abend plötzlich das schwere Zugunglück in Bayern mit bisher 11 Toten, vielen schwerst- und schwerverletzten und noch viel mehr verletzten Menschen. Dieser Schock sass und sitzt bei mir immer noch sehr tief. Aus diesem Grund wollte ich eigentlich diesen Artikel hier sehr dunkel halten. Mit „Wenn die Dunkelheit herein bricht“ stand auch schon die Überschrift zu diesem Artikel fest. Ich dachte sehr lange darüber nach und kam zu den Entschluss, dass der Tod genau so zu unserem Leben gehört, wie das Leben selbst. Ein kluger Mann sagte auch einmal “ So lange ich lebe, solange geniesse ich auch mein Leben. Wenn ich tot bin, dann bin ich tot. Aber nicht vorher.“. Seien wir doch einmal ehrlich; wie viele Menschen von uns sind zwar am Leben; aber führen ein Leben als wenn sie tot wären? Eine ganze Menge. Darum habe ich heute beschlossen, in diesem Beitrag mich zwar auch mit den Geschehnissen vom Dienstag und damit auch dem Tod auseinander zu setzen, aber auch zu zeigen wie schön das Leben ist. Eigentlich wollte ich als Beitragsbild auch einfach nur ein komplett schwarzes Foto nehmen. Dies würde aber unseren bunten Leben nicht gerecht werden. Aus diesem Grund habe ich das farben- & lebensfroheste Foto genommen, welches ich finden konnte.

 

Freitags Gedanken – Unser Ich Teil 2

 

 

Begegnungen mit dem Tod

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Jeder von uns Menschen ist dem Tod schon einmal auf der einen oder anderen Art und Weise begegnet. Spätestens bei Beerdigungen im Familienkreis setzt man sich mit dem Tod auseinander. Nur da ist der Tod meistens schon nicht mehr vor Ort. So plötzlich wie er vor Ort ist, so plötzlich verlässt er meistens auch den Ort seines Handels wieder. Weil auch ich den Tod oder besser gesagt seine Folgen schon oft kennenlernen durfte, gebe ich Euch heute einen sehr tiefen Einblick in mein eigenes Ich. Ihr erfahrt jetzt hier, auf welche Art & Weise ich mit den Folgen des Todes oftmals schon in Berührung kam.

Mein Opa stirbt mit 72 Jahren

Meinen Opa habe ich sehr geschätzt und geliebt. Er war ein Mann der Tat und nicht der vielen Worte. Als er 70 Jahre alt wurde, versprach er meiner Oma mit dem Kettenrauchen aufzuhören. Er tat dies, weil meine Oma Angst hatte ihn bald an den Sargnagel Tabak zu verlieren. Gut ein Jahr später diagnostizierten die Ärzte bei ihm Krebs. Der Krebs war schon so weit fortgeschritten, dass eine Heilung unmöglich war. Da in meiner Familie alle wussten, wie sehr ich meinen Opa liebte, sagte man mir nicht wie schlimm es um ihn wirklich steht. Zu dieser Zeit damals war ich 21 Jahre alt und hatte meinen einjährigen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr abzuleisten. An jedem freien Wochenende fuhr ich zu meinem Opa. In der grössten Sommerhitze bei über 30 Grad im Schatten fuhr ich mit meinem Trabbi und meiner damaligen Freundin zu meinen Opa ins Krankenhaus. Bei einem dieser Besuche, und das werde ich nie vergessen, brachte ich ihm frische Kirschen und Erdbeeren mit. Er freute sich darüber riesig und hat zuerst die Erdbeeren gegessen. Dabei versaute er mit den Erdbeeren sein ganzes Krankenhausbett. Kurz danach wollte er die Kirschen essen. Er nahm eine davon in den Mund und spuckte sie kurz darauf aus “ Iih, die schmecken nicht.“. Ich meinte mit nen Lachen zum ihm „Opa, es wird das gegessen, was auf den Tisch kommt.“. Er lächelte mich an „Tom, gut gelernt. Das habe ich auch immer zu dir gesagt.“. Da er schon wieder müde war, verliessen wir ihn kurz darauf.

Ich hatte ihn anschließend noch mehrmals besuch. Eines Mittwochs Abend, kurz bevor ich auf Party gehen wollte, wurde ich in meiner Kaserne in Berlin zum diensthabenden Offizier gerufen. Als ich bei ihm ankam, eröffnete er mir, dass gerade meine Mutter angerufen hatte. Sie bat ihm mir mitzuteilen, dass mein Opa gestorben sei und ich nach Möglichkeit doch so bald wie möglich zurückrufen sollte. Dies war 1995. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine bezahlbaren Handys. Der Offizier erlaubt mir aber sein Diensttelefon zu benutzen.

An diesem Abend überlegte ich dann “ Gehe ich nun trotzdem zur Party in den Club oder lasse ich es wegen dem Tod von meinem Opa lieber sein?“. Es stand recht schnell für mich fest, dass ich zu der Party gehe. Denn ich war zu Lebzeiten meines Opas für ihn da, so gut wie es ging. Jetzt, wo er tot ist, würde es nichts bringen, wenn ich nun in Trauer versinken würde. Zum Trauern um ihn, habe ich schließlich noch bei seiner Beerdigung genug Zeit.

 

Mein Busenfreund stirbt mit 24 Jahren

Mit meinem Busenfreund war ich befreundet, seitdem ich ihn mit 7 Jahren kennengelernt habe. Wir haben zusammen viel Scheisse gebaut, aber auch viel Spass gehabt. Uns gegenseitig versucht die Weiber weg zu nehmen und noch viel mehr. Als wir dann mit der Schule fertig waren, machte er eine Ausbildung ausserhalb unseres Wohnortes. Dazu musste er in einem Internat wohnen. Aber jedes Wochenende gingen wir trotzdem zusammen auf Piste. Ich werde nie vergessen, als wir in einer in einer Grossraumdisko unterwegs waren, wo ich kurz allein nach Mädels für uns schaute. Plötzlich kam er mir mit 2 Bieren in der Hand und zweit blonden Mädels in den Armen lachend entgegen: „Tom, schau mal. Ich habe vier Blonde für uns.“.

Während er in seiner Ausbildungszeit noch ein kleines Motorrad hatte, kaufte er sich nach seiner Ausbildung eine richtig gute Maschine. Da er in München bessere Jobmöglichkeiten hatte, ging er nach München. Dadurch starb auch mehr oder weniger unser Kontakt.

Eines Tages rief mich meine damalige Freundin auf Arbeit an: „Du, Tom, ich habe gerade in der Zeitung so eine eigenartige Todesanzeige gelesen. Kann es sein, dass dein Freund gestorben ist?“. Ich wusste natürlich von nichts und besuchte darum direkt nach Feierabend seinen Vater ( seine Mutter war gut ein Jahr vorher an Krebs gestorben ). Als seine Schwester mir total verheult die Türe aufmachte, war mir sofort klar dass einer meiner besten Freunde gestorben ist. Er hatte einen tödlichen Motorradunfall gehabt.

 

Mein Onkel stirbt mit 62 Jahren

Zu meinem Onkel hatte ich sehr lange Zeit keinen Kontakt gehabt. Die Gründe dafür waren vielfältig. Als dann nach vielen Jahren eine meiner Freundinnen mich verliess, nahm ich Kontakt zu ihm auf und kurz darauf besuchte ich ihn. Er war über 20 Jahre lang Wirt in seiner Kneipe gewesen. Natürlich war bei ihm die Freude gross, als ich nach so langer Zeit das erste Mal wieder bei ihm war. Darauf folgten noch zig weitere Male, wo ich ihn besuchte.

Eines Tages, als ich ihn besuchte, erfuhr ich dass er Krebs hat und er darum nun den Kampf gegen den Krebs aufnimmt. Er gab dafür seine Kneipe auf und schmiedete mit meiner Tante schon Pläne, wie es nach der Krebsbehandlung weiter gehen sollte. Dass sie dann das erste Mal seit 20 Jahren wieder richtig Urlaub machen. Einer seiner grössten Wünsche war auch, dass er bei mir mal vorne im ICE mitfährt. Ich erklärte ihm, dass dies nicht geht; aber ich versuchen werde bei meinen Vorgesetzten was zu arrangieren. Nur dafür musste er erst einmal den Krebs besiegen. Leider konnte ich mein Versprechen nie einhalten.

 

Das schwere Zugunglück vom letzten Dienstag

Als ich am letzten Dienstag von den schweren Zugunglück mit den vielen Toten erfuhr, gingen mir sehr viele Gedanken durch den Kopf:

  • Unsere Eisenbahn ist sehr sicher. Wie konnte das trotzdem passieren?
  • Warum genau ist dies passiert?
  • Was genau ist dort passiert?
  • Wer hat Schuld daran?
  • Kann dies jederzeit wieder passieren?

An dieser Stelle möchte ich erst einmal mein tiefstes Beileid den Angehörigen der vielen Toten aussprechen und wünsche den Verletzten alles Gute, dass sie möglichst bald wieder gesund werdem. Mein grösster Dank gilt auch den vielen Helfern, Rettungskräften, Ärzte, usw., welche in diesen Unfall involviert sind.

Die Folgen des schweren Zugunglücks für mich

Vor diesem schweren Zugunglück sah ich meinen Job als Lokführer halt als Job wie es einer von vielen ist. Seit des schweren Unglückes sehe ich aber meinen Job nun mit anderen Augen. Es ist eben nicht so, dass ich wie ein Fliessbandarbeiter unsere Wohnung verlasse und dann einer normalen Arbeit ohne besonderen Vorkommnissen nachgehe. Nein, es kann bei meinen Job als Lokführer jederzeit passieren, dass etwas absolut Unvorhersehbares geschieht und danach Alles anders ist.

Aus diesem Grund streite ich mich kaum noch mit meiner Frau. Denn mir und auch ihr ist es nun klarer, dass jedes Mal wenn einer von uns die gemeinsame Wohnung verlässt, Derjenige unter Umständen nie wieder kommt. Wir leben darum seit letzten Dienstag unser Leben sehr bewusster als vorher.

Die Öffentlichkeit war letztes Jahr über den Streik von uns, dem Fahrpersonal der Bahn, sehr erbost gewesen. Für die Meisten waren wir Lokführer nur Knöpfchen-Drücker und die Zugbegleiter nur Knipser gewesen. Nach diesem schweren Zugunglück hoffe ich nun, dass auch in der Gesellschaft endlich ein Umdenken einsetzt und die Gesellschaft endlich erkennt, welchen verantwortungsvollen und manchmal auch gefährlichen Job die Leute bei der Bahn nachgehen.

 

Mein Leben hat sich nun verändert

Aufgrund des schweren Zugunglücks vom Dienstag habe ich erkannt, wie zerbrechlich eigentlich unser Leben ist. Wie oft ich mich aus Nichtigkeiten heraus mit Leuten streite oder diskutiere. In dieser Zeit viel mir auch ein Spruch ein, welchen ich irgendwo bei Facebook gelesen hatte:

„Wenn du dich gerade wegen Etwas mit Jemanden streitest oder diskutierst; dann überlege dir, ob dieser Streit oder diese Diskussion es in 10 Jahren wert waren. Ist es in 10 Jahren nicht wert, so lass es sein.“

Recht hat Derjenige, welcher diesen Spruch gesagt hat.

Seitdem streite und diskutiere ich wesentlich weniger. Ich rege mich auch weniger über unsere Gesellschaft und unsere Politik auf. Stattdessen lebe ich mein Leben möglichst bewusst und bunt.

Damit wären wir nun bei dem vergangenen Karneval/Fasching.

 

Die tollen Tag sind vorbei

Eigentlich wollte ich mich hier gross über die, wegen des angesagten, Sturmes abgesagten Rosenmontagsumzüge auslassen. Dies lasse ich jedoch sein. Denn wie gesagt, es lohnt sich nicht über bestimmte Sachen sich aufzuregen.

Stattdessen gibt es nun von mir noch einen kurzen Einblick in die, meiner Meinung nach schönste und beste Karnevals- oder besser gesagt Faschingshochburg Deutschlands. Das ist Radeburg. Ihr kennt Radeburg nicht? Das solltet Ihr aber unbedingt kennenlernen. Radeburg liegt bei Dresden. In der Nähe befindet sich mit Moritzburg, Radebeul und Radeberg weitere Städte, welche sehr sehenswürdig sind. In Radebeul gibt es das Karl Mey Museum. Das Schloss Moritzburg ist in dem Film “ Drei Haselnüsse für Aschenbröttel“ zu sehen und auf diesem Schloss wurde auch der Film gedreht. In Radeberg steht die berühmte Brauerei für das Radeberger Bier. Tja, und Radeburg? Radeburg hat einen Fasching wie Ihr ihn noch nie erlebt habt. Es ist dort ein echter Volkskarneval. Jeder, der es möchte, kann dort mitmachen. Die Musik ist dort nicht typische Karnevalsmusik, sondern eine Mischung aus Karnevalsmusik und Ballermann sowie Oktoberfest. Richtig, richtig geil.

Hier bekommt Ihr nun ein paar Einblicke zu diesem wirklich sehr geilen Fasching. Und wer möchte, kann sich gern ausführlich auf der Facebook Seite „Radeburger Carnevalsclub“ https://www.facebook.com/radeburger.carnevals.club/?fref=ts informieren und anschauen. Diese Seite, die dortigen Bilder und auch Videos sind sehr sehenswert.

Apropos Faschingsvideos von Radeburg; hier seht Ihr ein paar sehr schöne Videos davon:

Mein Dad war wie immer dieses Jahr auch wieder dabei gewesen. Ich konnte leider nicht mit dabei sein. Vielen Dank an Klaus Kroemke für diese schönen Bilder, wo mein Dad mit seinen Leuten zu sehen ist.

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Hier noch kurz ein paar Bilder von dem Fasching in den vergangenen Jahren, wo meine Frau und ich von ToNic-Pics ( https://www.facebook.com/ToNic-Pics-520876901359864/?fref=ts ) am fotografieren waren:

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Nun sind wir auch schon am Ende meines heutigen Beitrages angelangt.

Bitte denkt an meine Worte:

Lebt Euer Leben wirklich. Lebt Euer Leben nicht so, als wenn Ihr schon tot seid. Lebt Euer Leben nach dem Motto “ Egal, was auch passiert; aus diesem Wahnsinn namens Leben kommen wir sowieso nicht lebend raus.“.

In dem Sinne wünsche ich Euch allen ein schönes Wochenende.

Euer Tom

 

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